Zweites Album von Florian Künstler
Der norddeutsche SingerSongwriter Florian Künstler, der an Schleswig-Holsteins Ostseeküste beheimatete ist, hat mit "Du bist nicht allein" sein zweites Album veröffentlicht.
"Du bist nicht allein", genau das ist es, was Florian Künstler mit seiner Musik vermitteln möchte. Seine Lieder spenden Trost, geben Halt, Hoffnung und Zuversicht. Sie zeigen wie schön die Liebe sein kann, beschäftigen sich aber auch mit den schweren Themen, wie Ängsten, Verlust und Trauer.
"Du hast zu viel erlebt
in den letzten Jahren
so lang kein Licht mehr gesehen
immer dunklere Tage
du machst dir nur noch 'nen Kopf
und hast so Angst zu versagen
Hast deine Mitte verloren
ertrinkst in hundert Fragen
...
Wenn du glaubst, dass es jetzt nicht mehr weiter geht
Du bist nicht allein..."
„Viele Menschen fühlen sich alleine in diesen Zeiten. Da bin ich keine Ausnahme“, so Florian Künstler. „Man wird täglich mit schlimmen Nachrichten konfrontiert und zieht sich immer weiter in sein schwarzes Loch zurück. Obwohl sich jede:r auf seine Art verloren vorkommt, machen wir doch im Grunde alle das Gleiche durch. Diesen Gedanken finde ich irgendwie beruhigend. Oft kann es helfen, sich auf das eigene Leben zu konzentrieren und auf das, was man hat. Auf die Partnerin oder den Partner, die Familie und Freunde. Den inneren Kern, der einem in Krisenzeiten wie diesen Halt gibt.“
Florian Künstler ist ein guter, aufmerksamer Beobachter und schafft es dabei auch neue Perspektiven einzunehmen. Auch er hat natürlich nicht immer eine perfekte Lösung parat, aber oft ist doch die Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Veränderung.
„Ich neige dazu, in allem erstmal das Negative zu sehen“, fährt der Sänger fort. „Manchmal muss ich mich regelrecht zwingen, die Dinge mit anderen Augen zu betrachten, um das Positive zu erkennen. Auch wenn es mir nicht immer leichtfällt. Mit dem Album möchte ich meinen Fans Mut machen, sich ebenfalls auf neue Blickwinkel einzulassen.“
Gemeinsam mit Musikerinnen wie » Antje Schomaker und Cassandra Steen und Songwritern und Produzenten wie Jules Kalmbacher (Joris, Elif), Jens Schneider (Sarah Conner, Max Giesinger, Wincent Weiss) oder David Jürgens (Christina Stürmer, Mark Forster) hat Florian Künstler in 17 Tracks ein Wechselbad aus seinen Emotionen roh und ungefiltert eingefangen.
„Die meisten Gesangsaufnahmen sind First-Takes. Alles ist echt, nichts wurde für die Recordings reproduziert oder nachbearbeitet, sondern ist so zu hören, wie ich es gefühlt habe. Ich mache mich buchstäblich nackt und lasse alles raus. Beim Songwriting versuche ich, meinen Schmerz in Worte zu packen, um nicht von ihm aufgefressen zu werden. Ich transformiere diese Emotionen in etwas Produktives. Es geht mir darum, zu zeigen, dass alle Gefühle erlaubt sind. Es ist erlaubt, glücklich zu sein und es ist erlaubt, traurig zu sein. Das alles gehört zum Leben. Auch bei meinen Konzerten sehe ich Fans, die ebenfalls die eine oder andere Träne verdrücken. Obwohl jede:r eigene Geschichten mit meinen Stücken verbindet, bedeutet diese Offenheit für mich ein großes Geschenk.“
So ist direkt der erste Song "Verzeih dir selbst" ein Monolog über Fehler und neu gefundene Selbstliebe.
"... tausch deine Wut gegen Liebe ein
und lass dich selbst endlich glücklich sein
verzeih, verzeih, verzeih dir selbst..."
„Im Text blicke ich zurück auf eine extrem schwierige Lebensphase, in der ich kurz davor war, auf die schiefe Bahn zu geraten. Ich war von Leuten umgeben, die nicht gut für mich waren und hatte eine wahnsinnige Wut auf die ganze Welt. Heute würde ich meinem 18-jährigen Aggro-Ich raten, lieber einen anderen Weg zu gehen. Ich bin zwar nochmal mit einem blauen Auge aus der Sache rausgekommen, es hätte aber auch leicht anders enden können. Damals habe ich von einem Freund eine zweite Chance bekommen, für die ich sehr dankbar bin. Ich möchte zeigen, dass man Dinge ändern kann, wenn man will.“
Florian Künstler singt über die "Stillen Kämpfer" in unserer Gesellschaft und appelliert, inspiriert durch Margot Friedländer, an uns alle doch einfach "Mensch zu sein".
„Sie hat in einem TV-Interview gesagt, dass es kein christliches, jüdisches oder muslimisches Blut gibt, sondern nur menschliches. Ich saß in Tränen aufgelöst vor dem Fernseher und fragte mich, was es eigentlich heißt, ein Mensch zu sein. Niemand sollte sich wegen seiner Hautfarbe, Religion, Herkunft, sexueller Definition oder dafür schämen müssen, wen er oder sie liebt. Jede:r hat das Recht, sich frei zu entfalten, gehört und gesehen zu werden. Die goldenen Stolpersteine und Mahnmale erinnern uns jeden Tag daran, dass diese Freiheit nicht selbstverständlich ist und dass wir momentan wieder auf dem besten Weg zurück in diese dunklen Zeiten sind. Menschen wie Margot Friedländer mussten Gräuel durchleiden, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Wir dürfen uns nicht von denen täuschen lassen, die diese schreckliche Zeit verdrängen wollen!“
"... es gibt Menschen, die uns von damals erzählen
trotzdem bauen wir noch Waffen und führen Krieg
ich glaube, das werde ich nie so ganz verstehen
warum schreiben wir Hasskommentare
statt ehrlich zu fragen, wie's dem anderen eigentlich geht
...
sag, wie weit wollen wir auseinander gehen, bis es uns zerreißt
ja vielleicht können wir uns erinnern dran, was es eigentlich heißt
ein Mensch zu sein..."
"Weiße Haare" hingegen ist eine Liebeserklärung an seine Partnerin, die sich, wie auch die Songs "Das Leben hier vermissen" und "Vergänglichkeit", mit dem Lauf der Zeit beschäftigt, denn "... das Ende hält das Glück bereit / vielleicht ist es nur so schön, weil es eben nicht für immer bleibt...".
Das Wissen über die Endlichkeit der Eltern verarbeitet Florian Künstler in den Liedern "Papa" und "Kein Kind der Welt".
„Gerade bei den Jungs galt es früher als `unmännlich`, seine Gefühle zu zeigen. Das führte bei mir dazu, dass sich meine unterdrückten Ängste nur noch verstärkt haben. Das war die wohl schlimmste Zeit meines Lebens, in der ich viel gelernt habe. Ich finde es wichtig und richtig, sich diesen Emotionen zu stellen.“
Das zeigt Florian Künstler auch in weiteren Liedern. So singt er davon, ein Problem mit "Stille" zu haben, über Verlust ("Ey du da oben") und darüber, dass es "Völlig ok" ist, wenn es einem mal nicht gut geht und man Zeit für sich braucht. Auch in Bezug auf Freundschaften ist es wichtig auf sich zu hören, so erzählt er in "Krokodilstränen" darüber, Grenzen zu setzten und sich nicht mehr ausnutzen zu lassen.
"Ich wie du" hingegen ist ein positives Freundschaftslied, das man allerdings auch als Liebeslied interpretieren kann. Genauso wie "Salz in der Luft" feat. Wilhelmine, das Florian Künstler auch gemeinsam mit Wilhelmine geschrieben hat.
Weitere Liebeslieder auf dem Album sind "Das größte Kompliment" und "Kommst du nach Hause", bei dem es um eine Versöhnung nach einem Streit geht.
Florian Künstler hat das Album für seine Fans gemacht, doch es hat ihm auch selbst bei einigen Dingen geholfen.
„Manchmal ist man ein wenig betriebsblind für Auswege und Problemlösungen,“ so Florian abschließend. „Während der Aufnahmen zu diesem Album hat sich vieles gelöst, was sich über die letzten Jahre in mir aufgestaut hat. Ich habe gemerkt, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen konnte. Im Titelsong heißt es `es fühlt sich an wie sterben`. Ich kenne dieses Gefühl leider nur zu gut. Bis ich gemerkt habe, dass ich nicht allein bin. Wir müssen uns nur umschauen und zulassen, dass uns geholfen wird. Und auch wir können anderen Menschen helfen, sich nicht mehr verloren zu fühlen. Füreinander da sein, sich gegenseitig helfen und unterstützen. Wir sind nicht allein. Wir sind viele. Und zusammen können wir viel verändern! Wann, wenn nicht jetzt?“
"Du bist nicht allein": amazon* / apple music*
Aktuell ist Florian Künstler auf Tour, die ihren Abschluss bei gleich zwei Konzerten in Hamburg findet. An beiden Tagen eröffnet » LORI als Support den Abend.
11.04.2025 | Große Freiheit 36 | Einlass: 18 Uhr | Beginn: 19 Uhr | VVK: 46 € zzgl. Geb.
12.04.2025 | Große Freiheit 36 | Einlass: 18 Uhr | Beginn: 19 Uhr | VVK: 46 € zzgl. Geb.
mehr zu → Florian Künstler