Debütalbum von Achim Erz
Vor knapp 25 Jahren zog es Achim Erz von München nach Hamburg. Hier wollte er der Hamburger Schule nachspüren, dabei landete er relativ schnell in Bernd Begemanns Band Die Befreiung, die auf der Suche nach einem neuen Schlagzeuger war.
Von der Idee eines eigenen Albums bis zum Debütalbum dauerte es 10 Jahre, doch jetzt ist es soweit.
In den 9 Liedern seines ersten Albums "Beruflich und Privat" gibt Achim Erz Einblicke in die Welt seiner Gedanken, denn "... Denken fällt mir leichter als zu fühlen...". Diese Zeile stammt aus dem Lied "Mehr als du gibst", das von Dankbarkeit und Liebe einer Person gegenüber handelt, deren Nähe gut tut und hilft eigene Mauern abzubauen.
"... „Wo sehen Sie sich heute in zehn Jahren?“
fragen die, die wissen, dass sie nirgends eine Heimat haben.
Das Wort ist schon prekär, es ist kein geschützter Begriff.
Na ja, was gemeint sein könnte, weiß ich schon, wenn du an meiner Seite bist...."
Achim Erz ist auf der Suche nach dem, was die Menschen heute noch bewegt, dabei denkt er sich durch die Gefühlswelten einer scheinbar emotionslosen Gesellschaft. Er fragt sich, warum Liebesbriefe durch "Menschen, die mit Händen Herzen formen" abgelöst wurden und ob miteinander Reden und im Hier & Jetzt zu leben nicht besser ist, als alles als perfekte Illusion zu fotografieren, um online Anerkennung zu bekommen.
"... Denn dann sieht man auch nicht mehr.
Wie verloren ich bin und leer.
Und alles, was ich hier noch habe, bist du und wenn ich dich verlier‘.
Dann wäre alles eine Lüge, was ich mit meinen Händen suggeriere..."
Er singt übers Vermissen ("So hat sie ausgesehen"), gefakte "Karmapunkte", sowie über Neid, Selbstmitleid ("Beneiden") und das "Drehen" um sich selbst.
Die "Goldenen Zeiten" scheinen auch nur besser gewesen zu sein, weil man die negativen Momente verdrängt hat.
Einen Schritt weiter geht das Lied "Wenn du nicht in ihren Worten sprichst" , das von einer an Alzheimer erkrankten Person inspiriert wurde.
"... Nein, nein, es geht schon in Ordnung.
Wenn du für nichts mehr, sagen wir … brennst.
Und in die Mitte der Gesellschaft rennst.
Um irgendetwas zu spüren, das du teilen kannst mit Menschen.
Die dir scheißegal sind, dann schaffst du Welten.
In denen dir niemand etwas will, weil da niemand mehr ist.
Für den sich so viel Aufwand lohnt und du für nichts mehr schuldig bist.
Wenn du nicht in ihren Worten sprichst...."
Auf "Beruflich und Privat" geht es Achim Erz vor allem um die Details des Lebens, die Beobachtungen und das darüber Nachsinnieren, ohne wirklich eine Antwort finden zu wollen. Das sorgt dafür, dass das Album, ein Album zum wirklich hinhören ist und das am Besten mehrfach. Beim einmaligen oder gar flüchtigen hören, wird man der Tiefe und Bedeutung der Lieder nicht gerecht.
Die Musik ist Pop, der etwas besonderes will, heißt es auf seiner Homepage.
"Grundsätzlich versuche ich eine Gleichbehandlung der Texte und der Musik zu erreichen. Nichts wiegt mehr als das andere."
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