Lilou veröffentlicht neue EP

Die Kölner Musikerin Lilou hat mit dem Song "Kein Lied, das erinnert" den letzten Track ihrer heute erscheinenden EP "Oh, wir verschwinden" veröffentlicht.

Lilou kombiniert in ihren Indie Pop Songs persönliche und emotionale Geschichten mit gesellschaftlichen Themen.
"Ich habe mal gelesen: 'Keiner ist vom Mond so zurückgekommen, wie er von der Erde weggegangen ist.' Das ist auch eines der Dinge, die ich am Touren so mag - vieles kommt anders, als man es sich vorher ausgemalt hat." Aus diesen Erfahrungen entstehen Lilous Song-Ideen.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Lilou ihre erste EP und vier Jahr später folgte mit "Aber manchmal doch" die nächste. Im Jahr 2020 widmete sie sich im Rahmen ihres Kompositionsabschlusses an der Folkwang Universität der Künste der Produktion ihrer dritten EP "Oh, wir verschwinden"

Zur Entstehung der EP schreibt sie auf Instagram folgendes. "Die letzten drei Jahre vor der Pandemie war mein Leben die reinste Telenovela/Dramödie. Es war alles so filmreif und oft liebte ich das, auch wenn das Auf und Ab der Hoffnungen, Euphorie und des Kummers manchmal schwer zu ertragen war. Wahrscheinlich hätte ich ein ganzes Album über all die Geschichten geschrieben, wenn mich nicht dazwischen immer wieder depressive Episoden überrollt hätten. So ist es eine EP geworden, die seit heute offiziell draußen ist! Es war eine unfassbar schwere Geburt, diese Platte fertig zu machen. Es steckt wahnsinnig viel Herzblut hier drin. Wahnsinnig viel von mir. Ich habe lange alleine produziert, bis ich tolle Wegbegleiter gefunden habe, die mir geholfen haben, die Platte so zu vollenden, wie ich sie immer gefühlt habe."

Im Mai 2022 erschien die erste Single "Linie 109", in der Lilou von der Wut und Hilflosigkeit darüber singt, dass sich weiblich gelesene Personen im Alltag und vor allem allein in der Nacht oft nicht sicher fühlen. Die Zeile "... wenn du müde wirst, begleite ich dich nach Haus'..." klingt fürsorglich, doch ist sie wirklich so gemeint?

"...Ich bin schwer fasziniert, ich verliere mich in dir
in jedem Härchen, das sich aufstellt wenn du frierst
Ich erinner’ jedes Wort, wenn du laut telefonierst
die Nacht um dich herum so ignorierst..."

 

Im Juli erschien dann die zweite Single "Blinder Fleck". In diesem Liebeslied nutzt Lilou den Vergleich zwischen Mond und Gezeiten als Metapher für eine Zweierbeziehung. Der "Blinde Fleck" ist dabei die Schwachstelle, die einen verwundbar macht. 

Nach diesen beiden Veröffentlichungen zog Lilou für neun Monate nach Helsinki. Die neue Umgebung nutzte sie, um ihre persönliche und musikalische Vergangenheit, losgelöst vom normalen Alltag, aus der Vogelperspektive zu betrachten.
Mit neuer Inspiration und neuen Erkenntnissen im Gepäck kehrte sie dann nach Köln zurück und brachte im Juni 2023 ihre nächste Single » "Wie fern kannst du mir nah sein" raus. Der Song handelt vom dem Gefühl, wenn die Grenzen zwischen Freundschaft und romantische Liebe miteinander verschwimmen.

 

Zwei Monate Später erschien die vierte Single "Schöner als es wirklich war". In dem Lied kritisiert Lilou einerseits, dass Social Media immer relevanter in unserem Leben wird, während echte Ereignisse und Begegnungen zu kurz kommen und andererseits, dass vieles geschönt dargestellt wird.

"... dein Herz schlägt nur digital
wenn du kein Bild hast, warst du niemals da..."

Die neue und letzte Single ist nun gemeinsam mit der EP erschienen. "Kein Lied, das erinnert" erzählt vom Ende einer Fernbeziehung, die sich für die Protagonistin angefühlt hat, als wäre sie mit einem Betriebssystem liiert gewesen.

"... Ich war eh immer nur ohne dich auf Parties
selbst an meinem Geburtstag, geändert hat sich gar nichts
und du schreibst, dass du mich liebst
aus jeder Zeitzone der Welt..."

 

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