Staring Girl - Schräg fällt das Licht Cover

Staring Girl "Schräg fällt das Licht"

Die Hamburger Band Staring Girl hat ihr drittes Album "Schräg fällt das Licht" veröffentlicht.

Das "Licht" kommt nicht nur im Titel vor, sondern spielt auf dem kompletten Album eine zentrale Rolle.
Doch da wo Licht ist, sind auch Schatten. So sind die Protagonisten in den Liedern immer wieder dem Spiel zwischen Helligkeit und Dunkelheit ausgesetzt.
Schlussendlich gibt das Album aber einen positiven Ausblick, so heißt es im letzten Track: "... Alles wendet sich zum Licht. Jetzt auch ich..." ("Im Park").

Das letzte Album "In einem Bild" von Staring Girl erschien 2018, ein Jahr später folgte die "EP", seit dem ist innerhalb der Band einiges passiert.

Lennart Wohlt stieß als neuer Schlagzeuger zur Band und die Pandemie sorgte dafür, dass die fünf Musiker ihre Arbeitsweise bei der Album-Produktion ändern mussten. So wurde, an den von Sänger und Songwriter Steffen Nibbe geschriebenen Songfragmenten, im Sommer 2020 im Gartenhaus des Schlagzeugers weiter gearbeitet. Und daraufhin wurden die Songs von der kompletten Band fertig gestellt.

Aufgenommen wurde "Schräg fällt das Licht" in Live-Sessions im WattnSound-Studio in Niebüll und dem Kornboden in Bardüttingdorf.
Auf dem Album dominiert überwiegend Steffen Nibbes rhythmisch gespielte Gitarre, die von vertrackten Bassläufen (Frenzy Suhr, Gunnar Ennen), atmosphärischen Schlagzeugspiel (Lennart Wohlt), Klavier & Orgelklängen (Gunnar Ennen) und vielen elektrischen Gitarren (Jens Fricke, Gunnar Ennen) bereichert wird.
Gunnar Ennen, der das Album auch produzierte nahm in seinem Studio zusätzliche Details auf, spielte Marimba, Vibraphone und einen alten Moog-Synthesizer. Zusätzlich engagierte er noch Bläser und für zwei Lieder ein ganzes Streichquartett.

Steffen Nibbe erzählt in den 13 Songs des Albums von Geschichten, die vom Alltäglichen ausgehend grundsätzliche Fragen stellen.

Im Titeltrack singt Steffen Nibbe, der seit dem letzten Album Vater geworden ist, von einem Neugeborenen, welches die Welt des Protagonisten erleuchtet und gleichzeitig auf den Kopf stellt.

"... Irgendwann bist du aufgetaucht
und ich bin angekommen
du hast mich mitgenommen
es geht die Gleichung meistens auf
und damals kannte ich
die ganzen Holzwege noch nicht
auf die man geraten kann
...
es ist gut so, wie es ist
und wie es wird, wissen wir nicht..."

 

Staring Girl erinnern daran, nach vorne zu schauen ("Weiter geradeaus") und im hier und jetzt zu leben.

"... Vorbei an all den Häusern, all den Bäumen und Plätzen
vorbei an all den Menschen, die sich lieben und verletzen
und die Liebe ist die Kraft, die uns hält
Bevor am Ende alles wieder zerfällt
und zurück geht in die Unendlichkeit
bis dahin haben wir noch Zeit..."
("Parkplatz")

Sie berichten von Jugenderinnerungen ("Endhaltestelle") und vom Gefühl der Überforderung nach einer Trennung, wenn man sich ein neues Leben aufbauen muss.

"... die Zeit sie nimmt und bringt und sie heilt
das muss er jetzt erstmal so glauben
gemeinsam durch die Räume gehen und überlegen
ob er was gebrauchen kann, in seinem neunen Leben
Liebe ist von allem das Größte.
Und wenn sie endet auch..."

("Liebe ist von allem das Größte")

 

Während es auf dem Album viel um innere Welten geht, bezieht sich der Song "Leuchten" auf die aktuelle Situation in der Ukraine und anderen Kriegsgebieten.

"Ein Vater geht mit seinem Kind die Straßen entlang
Bäume ragen kahl und verbrannt in den Himmel
Das Gras liegt grau, es ist kalt und es regnet Asche.
Und da sind Häuser, in denen keiner mehr wohnt
Brücken über die keiner mehr geht.
Nur eine Handvoll Menschen drücken sich im Schatten von Mauern herum
Und sie laufen unter den gleichgültigen Sternen der Nacht
Bis die Bäume wieder ausschlagen und dann wunderschön blühen.
Warum denn jetzt noch nicht? Warum nicht gleich?
Weil die Finsternis es noch nicht begreift..."

 

Album "Schräg fällt das Licht":     amazon / apple music

 

Am 14. Januar spielen Staring Girl eines ihrer drei Release-Konzerte im Knust.

14.01.2023 | Knust | Einlass: 20 Uhr | Beginn: 21 Uhr | VVK: 18 € zzgl. Geb.

 

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